Ostern 2020

Quelle: A.K.

Ostersonntag um 10 Uhr vor der Kirche

Quelle: M.O.

Osterandacht von Pastorin Anja Kleinschmidt

Nicht angefasst und doch berührt werden!
Wir geben uns nicht mehr die Hand und halten Abstand. Haben Sie sich schon daran gewöhnt? Wenn sich im Fernsehen Menschen in Filmen umarmen, stutze ich schon.  An diese Veränderung habe ich mich also gewöhnt. Anders ist das mit dem Mundschutz. Da muss ich mir immer noch sagen: Dieser ist keine Abwehr sondern ein Zeichen der Fürsorge. Es sind ungewohnte Zeiten mit neuen und zum Teil schmerzhaften Erfahrungen.
Besonders schmerzhaft erlebe ich in diesen Wochen, dass wir, nicht wie gewohnt, auf  Trauerfeiern von lieben Menschen Abschied nehmen können. Und ich begreife zum ersten Mal den Schmerz, den es für die Freundinnen und Freunde Jesu bedeutet haben muss, dass sie sich nicht im gewohnten Rahmen von ihm verabschieden konnten. Stattdessen wurde er schnell in ein fremdes leeres Grab gelegt. In der Corona-Krise wird mir dieser Teil der Passionsgeschichte wichtig.

Es war aber dort, wo Jesus gekreuzigt wurde, ein Garten und darin ein neues Grab, in das noch nie jemand gelegt worden war. Dahin legten sie Jesus wegen des Rüsttages, weil das Grab nahe war. (Johannes 19,41f)

Und auch ein Abschnitt der Ostergeschichte geht mir in diesem Jahr besonders nahe. Als Maria am Tag nach dem Sabbat zum Grab geht und sieht, dass dieses leer ist, spricht sie mit einem Mann, den sie zunächst für den Gärtner hält. Als der sie anspricht, erkennt sie, dass es der auferweckte Jesus ist, der ihr den Körperkontakt jedoch verweigert. "Rühre mich nicht an!" Sagt er.

 Jesus sagt zu Maria: Rühr mich nicht an, denn ich bin noch nicht zu meinem Vater im Himmel aufgefahren.
(Johannes 20,17)

Ob Maria das als Zurückweisung empfunden hat? Mir fällt auf, wie unterschiedlich ich so einen Satz hören kann und wie verschieden ähnliche Worte auf mich wirken. So können mit den Verben "berühren" und "anfassen" sehr unterschiedliche Dinge ausgedrückt werden. Wenn ich angefasst bin, dann ist es eng in mir. Wenn ich aber berührt werde, dann öffnet sich etwas in meinem Herzen.
Maria darf Jesus nicht berühren. Dennoch sind seine Worte keine Zurückweisung. Vielmehr macht Jesus Maria darauf aufmerksam, dass eine neue Zeit angebrochen ist, eine in der er seinen Liebenweiter berühren, auch wenn sie sich nicht anfassen können - so ist das, nachdem ein Mensch gestorben ist.
Wir wird es sein, wenn wir uns wieder anfassen dürfen? Werden wir uns in die Arme fallen oder werden wir uns weiter ohne eine freundlich ausgestreckte Hand begrüßen? In diesen Tagen ist so viel offen. Wir wissen noch nicht, wie wir aus dieser Krise hervorgehen werden und wie unsere Welt dann sein wird. Ich hoffe, wir werden bis dahin viele berührende Erfahrungen gemacht haben. Dazu braucht es keine ausgestreckte Hand, nur ein offenes Herz.
Dieses "Noch nicht wissen können wie es sein wird" teilen wir mit Maria am Grab. Auch sie konnte noch keine Vorstellung davon haben, wie die Geschichte Jesu weiter gehen würde. Doch Jesus selbst half ihr und den anderen die Angst zu überwinden. Sie mussten nicht allein in die Zukunft gehen, sein Geist ging mit ihnen.

Am Abend dieses Tages, da die Jünger*innen versammelt und die Türen verschlossen waren aus Furcht, kam Jesus und trat mitten unter sie und spricht zu ihnen: Friede sei mit euch! ...Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch. Und als er das gesagt hatte, blies er sie an und spricht zu ihnen: Nehmt hin den Heiligen Geist
(Johannes 20, 19-21)

Dieser Geist der Kraft, Liebe und Besonnenheit ist uns auch heute zugesagt.
Ich wünsche Ihnen ein frohes gesegnetes Osterfest!
Ihre Pastorin
Anja Kleinschmidt


Auch Finley schickt Ostergrüße

Quelle: S.K.


Frohe Ostern ...

Quelle: A.H.
...wünscht Familie Heinemann



Trotz all der Umstände ein frohes Osterfest wünscht Familie Dell

Quelle: B.D.

Osterbrief des Landesbischof

Das Heil ist nicht aus der Welt
Zum Osterfest 2020

Liebe Gemeindeglieder in den Kirchengemeinden der hannoverschen Landeskirche,
es gibt nicht viele Gelegenheiten, zu denen wir uns Weinen in der Öffentlichkeit erlauben. Doch in den zurückliegenden Wochen der Angst und Unsicherheit hat sich etwas verändert. In diesen Wochen habe ich viele Tränen gesehen: Da weint jemand aus Angst, seine berufliche Existenz zu verlieren. Jemand ist in Sorge um die Tochter, die im Ausland lebt, und bei einer Dritten rollt eine Träne hinab, weil sie ihre Eltern im Pflegeheim nicht besuchen kann. Es ist eine traurige Passionszeit.
Wir müssen unsere Tränen nicht verstecken. „Gott, sammle meine Tränen in deinen Krug“, heißt es in einem alten Gebet, im 56. Psalm. Wenn wir schon weinen müssen, wenn wir uns verlassen fühlen, dann dürfen wir Gott bitten: Sammle unsere Tränen und mach sie zu deinen!

In den zurückliegenden Tagen der Karwoche haben wir an die letzten Stunden im Leben von Jesus Christus gedacht. In der Nacht vor seinem Tod betete er, dass Gott ihm Leiden und Sterben ersparen möge. Vergebens. Er wurde gefoltert, verhöhnt und grausam hingerichtet. Mit einem Schrei endete sein Leben. Kurz zuvor sprach er noch zu den Frauen, die an seinem Schmerz Anteil nehmen: „Weint nicht über mich, sondern weint über euch selbst und über eure Kinder.“ Jesus verlangt nicht von uns, um ihn zu trauern. Die Karwoche ist die Eröffnung der Solidarität mit allen Weinenden und die Einladung, den Schmerz gemeinsam zu tragen über alle Kontaktverbote hinweg.


Fällt Ostern nun aus? So werde ich gefragt. Wie sehnen wir uns mittlerweile nach Gemeinschaft! Nach Gottesdiensten, gerade zu Ostern! Wie sehr vermisse ich in diesen Tagen Bachs Kantaten in einer voll besetzten Kirche! Wie sehr fehlt das gemeinsame Abendmahl!


Ostern fällt nie aus. Die Erinnerung an die Auferstehung Jesu Christi ist ein Termin für alle Ewigkeit. Auch wenn Angst und Ungewissheit in diesen Wochen unser Leben bestimmen, ist das Heil nicht aus der Welt. Wir werden Ostern feiern, anders als sonst. Aber miteinander verbunden als Gemeinschaft, die die Auferstehung feiert. „Christ ist erstanden“ werden wir singen, in unseren Familien, vielleicht auch allein, vielstimmig und kräftig oder auch ganz leise. Aber wir werden es singen.


Auferstehung durchdringt unser Leben behutsam mit Hoffnung. Auferstehung lässt uns zurückkehren aus Tränen, Schweigen und Ratlosigkeit. Wir dürfen Hoffnung haben. Hoffnung auf Heil in heillosen Zeiten. Denn der Herr ist auferstanden! Er ist wahrhaftig auferstanden!


Ich wünsche Ihnen gesegnete Ostertage. Bleiben Sie zuversichtlich!


Ihr

Ralf Meister
Landesbischof der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers

Osterbrief für Kinder ab 6 Jahre von Anja Kleinschmidt

Hallo!

In diesem Jahr ist Ostern so ganz anders als wir es kennen. Jede Familie feiert für sich. Durch die Ostersymbole, die ich dir in diesem Brief zeige, können wir aber trotzdem miteinander verbunden bleiben. Mach doch mit!

Ostereier - erinnern daran, dass Jesus sein Grab verlassen hat wie die Küken ihre Eier, wenn sie ins Leben gehen.Bemale ein Osterei und hänge es an den Strauch im Kirchgarten, den du auf dem Foto oben siehst. Bis Ostern wird der bestimmt schön geschmückt sein.


Ostersteine - erinnern an den Stein, der vor Jesu Grab lag. Als dieser weggerollt war, waren auch die Sorgen der Menschen beseitigt. Hast du schon einen Osterstein gefunden? Oder bemalt und ausgelegt! Ich habe zwei gefunden und mich sehr darüber gefreut. Wenn du auch einen bemalst, kannst du anderen damit eine Freude machen. Auf unserer website unter "Ostersteine" kannst du manche der Steine sehen.


Ostersegen - zeigen, dass seit Ostern Jesus immer bei uns ist, auch wenn wir ihn nicht sehen. Schreib einen guten Wunsch mit Kreide auf das Pflaster deiner Straße, dann sehen anderen, dass sie nicht allein sind, dass ihnen Gutes gewünscht wird und sie sich nicht fürchten müssen. Mach ein Foto von deinem Segenswunsch und schick es an website@ashausen.de
Ich wünsche dir und deiner Familie ein Osterfest, das euch froh macht und euch zeigt, dass ihr keine Angst zu haben braucht.


Die Ostergeschichte

Nachdem seine Gegner den Entschluss gefasst hatten, Jesus zu töten, musste er sein Kreuz nach Golgatha tragen. Golgatha heißt Schädelstätte. Dort wurden Jesus und zwei andere Männer gekreuzigt. Jesus litt schreckliche Schmerzen und rief: "Mein Gott, warum hast du mich verlassen?" Kurz darauf, es war nachmittags um 15 Uhr, starb Jesus. Bevor es dunkel wurde, durften seine Freundinnen und Freunde ihn in eine kleine Höhle legen, die als Grab diente. Vor die Höhle wurde ein großer Stein gerollt, um das Grab zu verschließen. Sobald sie konnten, gingen einige Frauen ganz früh am Morgen zum Grab. Sie machten sich Sorgen, weil der Stein vor dem Grab so groß war. Doch als sie das Grab erreichten, sahen sie, dass der Stein beiseite gerollt war. Da fürchteten sie sich, denn sie wussten nicht, was das zu bedeuten hatte. Erst später verstanden sie, dass Jesus zwar gestorben aber sein Leben trotzdem nicht zu Ende war, denn Gott hatte ihn nicht verlassen sondern ihm ein neues Leben geschenkt. Diese frohe Botschaft brachte ihnen ein Engel, der ihnen auch sagte, dass sie keine Angst zu haben brauchen. Sie spürten, dass Jesus auch in Zukunft bei ihnen sein würde. (nach Markusevangelium 15 und 16)

Ostern

Quelle: wir-e.de

Ostersegen

Quelle: wir-e.de

Osterangebote

Quelle: A.K.
Lauschen Sie den Kirchenglocken
am Karfreitag um 15:00 Uhr zur Sterbestunde Jesu und am Ostersonntag um 10:00 Uhr.

Anschließend wird vor der Kirche musiziert.  Die meisten können das natürlich zuhause nicht hören.
Aber um 10:15 Uhr spielen Trompeten und Posaunen im ganzen Land im Anschluss an den Fernsehgottesdienst im ZDF. So können wir alle dabei sein.

Machen Sie einem Osterspaziergang mit spirituellen Impulsen. Die Anleitung dazu finden Sie auf dieser website.

Bringen Sie ein bemaltes Osterei zur Kirche und hängen Sie es an den Strauch vor der Kirche.

Vor der Kirche und auf unserer Grabstelle leuchtet das Osterlicht. Entzünden Sie daran eine Kerze.

Schreiben Sie einen Ostergruß mit Straßenkreide aufs Pflaster Ihrer Straße.
Wir freuen uns, wenn Sie ein Foto davon an website@ashausen.de schicken.  

Anleitung zum Osterspaziergang