St. Andreas Kirchengemeinde Ashausen

Unser Thema


Zuversicht

Ein Karriereratgeber
Ich „google“ Zuversicht und bekomme als erste Quelle – noch vor dem Duden – ein Werteforum und an dritter Stelle einen Karriereratgeber namens „Karrierebibel“ angezeigt. Das hatte ich nicht erwartet. Ich war mir gar nicht sicher gewesen, ob dieses Wort außerhalb der Kirche noch benutzt wird.

Gene und Erfahrungen
Wissenschaftler sagen, dass Zuversicht zu einem Drittel genetisch verankert ist. Der Rest speist sich aus positiven Erfahrungen und ist Einstellungssache. Aber wie komme ich zu dieser Einstellung? Wie setze ich eine Entwicklung in Gang, die mir dann auch positive Erfahrungen schenkt?

Erfolg dank Zuversicht
Ich denke an Gideon, einen zunächst sehr zögerlichen, pessimistischen Menschen. Seine Geschichte erzählt die Bibel im Buch der Richter. Diese kriegerischen Auseinandersetzungen, von denen da berichtet wird, versuche ich auf mein inneres Ringen um Zuversicht zu übertragen. Gideon ist ein ängstlicher Mensch und steht vor einer wichtigen Herausforderung. Da könnte er Zuversicht gut gebrauchen. Doch die fehlt und er bittet Gott um die Gewissheit, dass er seiner Aufgabe gewachsen ist. Gott schickt das erbetene Zeichen, doch das reicht Gideon nicht. Mehrfach erbittet er Zeichen von Gott. So gestärkt will er nun also in den Kampf ziehen.
Aber jetzt sagt Gott: Wenn du mit solch einem starken Heer in den Krieg ziehst, glaubst du am Ende noch, du hättest den Sieg aus eigener Kraft errungen. Schicke einen Teil deiner Truppen nach Hause. Erst als die Anzahl der Kämpfer erheblich dezimiert ist, kann es losgehen. Und mit Gottes Hilfe kann Gideon die Herausforderung bestehen.

Gottvertrauen
Mich fasziniert der enge Austausch Gideons mit Gott. Er fordert und handelt und Gott stört sich daran gar nicht. Bereitwillig gibt er Zeichen um Zeichen und lässt so das Vertrauen und die Zuversicht Gideons wachsen. Und am Ende ist es nicht dessen Vertrauen auf die eigene Kraft, sondern auf die enge Verbindung zu Gott, die ihm hilft. Diese hat er sich hart erkämpft.

Zuversicht – ein anderes Wort für Optimismus?
Optimistische Menschen gehen davon aus, dass etwas für sie gut ausgeht. Für mich hat Zuversicht noch einen anderen Klang. Es ist mehr als ein positiver Blick auf die Welt oder gar der Blick durch eine rosarote Brille. Wenn ich zuversichtlich bin, dann weiß ich, dass es auch nach Niederlagen weiter geht. Dieses Vertrauen stärken wir, wenn wir Ostern feiern.

Ihre Pastorin
Anja Kleinschmidt

Wie wäre das Leben ohne Zuversicht?

Vermutlich gibt es unterschiedliche Auffassungen darüber, ob das Wort Zuversicht noch zeitgemäß ist. Vielleicht können mit dem Wort nicht alle sofort etwas anfangen oder finden ein anderes passender.

Es gibt viele Synonyme, wie z.B. Glaube, Hoffnung, Vertrauen und Optimismus. Ich finde das Wort Zuversicht vereint alle miteinander und es hat eine tiefere Bedeutung als jedes einzeln.

Zuversicht macht stark, mutig, tröstet, gibt Sicherheit und Geborgenheit. Zuversicht ist das Vertrauen in Gott, das uns morgens aufstehen lässt, trotz all dem, was im eigenen Leben und in der Welt passiert und uns mit einem sicheren Gefühl und hoffnungsvoll in die Zukunft schauen lässt.

Barbara Dell


7 Wochen ohne Pessimismus

Für mich klingt das Motto „7 Wochen ohne Pessimismus“ gar nicht nach Fasten, nicht nach Verzicht und Entbehrung. Es hört sich wie eine Fülle guter Gedanken an. Es klingt nach Zuversicht, nach Schlemmen im Optimismus.

Aber ich glaube, es wird nicht so einfach, seinen Optimismus zu bewahren, wenn uns täglich Nachrichten von Naturkatastrophen, Gewalt und Krieg erreichen. Wenn dann noch Hiobsbotschaften im Privatbereich dazukommen, dann ist es schwierig, diesen mit Zuversicht und dem Glauben an ein gutes Ende zu begegnen. Zweifel und Zukunftsängste verdunkeln die guten Gedanken.

Als ich das Motto „7 Wochen ohne Pessimismus“ zum ersten Mal hörte, fiel mir der Spruch ein: Glaube ist der Vogel, welcher singt, wenn die Nacht noch dunkel ist [Rabindranath Tagore]. Ich habe ihn vor vielen Jahren in meine Bibel geschrieben. Er steht neben Markus 5, neben den Heilung- und Wundergeschichten. Aus diesen Geschichten können wir Kraft schöpfen, um 7 Wochen mit Zuversicht – ohne Pessimismus zu leben.

Und wenn im Frühling die ersten Vögel singen, erinnert uns das vielleicht an den Spruch von Rabindranath Tagore und beflügelt uns, dem Pessimismus keinen Raum zu lassen.

Ulrike Plönnigs

Zuversicht ???

Zuversicht haben bei: Krieg, Not, Leid, Entbehrung, Aufständen, Terror, Vertreibung, Flucht, Völkerwanderung, Hungersnöten, Wassermangel, Wälder roden, Waldbränden, Erdbeben, Überschwemmungen, Umweltverschmutzung, Plastikflut, Klimawandel, Katastrophen, Infektionsgefahren, Epidemien, Ebola, Coronavirus, Attentaten, Waffenproduktion, Flugzeugabschüsse bewusst und aus Versehen, Straftaten, Einbrüchen, Betrug, Diesel-Skandal, Überdüngung der Böden, Korruption, Mord und Totschlag, Rauschgiftschmuggel, Finanzkrisen, Firmen-Pleiten, Diskriminierung, Trump und anderen Affären, Billigfleisch, Pflegenotstand, Ärztemangel, Lehrermangel, Ski- und anderer Tourismus … die Natur macht nicht mehr mit, Rechtsextremismus, Antisemitismus, Verfall von Sitte, Moral und demokratischer Werte …

Zuversicht haben? Zuversichtlich sein, angesichts all des Bösen auf der Welt? Geht das überhaupt? Wer oder was gibt uns Zuversicht und Stärke? Die Mächtigen der Welt mit ihrer Politik?

Gewiss nicht! Teenager verändern derzeit die Welt! Greta ist nicht allein: Junge Rebellen treiben die Mächtigen vor sich her, nicht nur in Sachen Klima. Das finde ich gut, das macht mich zuversichtlich.
Ebenso das Wissen aus Psalm 46: „Gott ist unsere Zuversicht und Stärke, eine Hilfe in den großen Nöten, die uns betroffen haben.“ Das galt damals, das gilt heute!

Günther Hecht